Rückblick

Der MEC Gernsheim hatte schon relativ früh den Gedanken, die wachsende stationäre Anlage mit dem Computer zu steuern.

Am Anfang war es ein selbstgeschriebenes BASIC Programm. Dabei stellte man fest, das es für die Größe der Anlage sehr aufwendig ist, dies alles zu programmieren. Also entschloss man sich, ein am Markt käufliches Produkt zu erwerben.

Die Wahl fiel auf SOFTLOK. Man arbeitete sich hier schnell ein und hatte Freude an der Schrittkettenprogrammierung. Alles wurde bis ins kleinste Detail dokumentiert und dann war es soweit: Die Anlage wurde mit SOFTLOK in Betrieb genommen und es funktionierte auch das, was man entsprechend definiert hatte.

Leider war der Programmieraufwand recht hoch und an den Fahrtagen stellten die Besucher relativ schnell fest: Wenn Zug A kommt, dann folgt danach Zug B.

Also Abwechslung musste her und die aufwendige Schrittkettenprogrammierung musste durch eine andere intelligentere Lösung ersetzt werden. Außerdem bestand die Gefahr, dass die neueren MS Betriebssysteme das DOS-Programm SOFTLOK nicht mehr länger unterstützen.

Glücklicherweise fand ein Gespräch mit Herrn Hinz in den eigenen Clubräumen statt und er stellte Railware vor (damals die Version 4). Die Mitglieder waren begeistert und so war klar, dass Railware die neue Computersteuerung unserer Anlage sein würde.

Nach einem von Stephan Gärtner durchgeführeten Railware-Treffen, ist Christian Rittweger in den Verein eingetreten, ein Beta-Tester von Railware. Er konnte hier seine bereits getätigten Erfahrungen mit einbringen.

Gemeinsam mit den Mitgliedern wurde die Anlage für Railware „umgebaut“, denn SOFTLOK benötigt für einen Block drei kurze Rückmelder. Jetzt wurde jeder Block auf der gesamten Strecke mit einem Rückmelder überwacht. In den Schattenbahnhöfen wurde neben dem Rückmelder zusätzlich ein Stopmelder installiert. Dieser Umbau incl. Kontrolle dauerte ein ganzes Jahr.

Wir stiegen relativ früh auf eine Betaversion von Railware 5 um. Leider hatten wir durch SOFTLOK, die für die Rückmeldung vorgesehenen Schapals 8255 ISA Karten im Einsatz. Der Rechner mit den 8255 Karten war aber für Railware zu schwach, so dass wir ein Netzwerk aufbauten: der ältere Rechner für die Rückmeldung, das Betriebslogbuch und einen Monitor für die vier installierten IP-Kameras sowie der neuere Rechner für die Railware-Steuerung.

Die Digitalsteuerung wurde in drei Stränge aufgeteilt:

  • Melden über die 8255 Karten
  • Schalten über eine Intellibox
  • Fahren über eine weitere Intellibox

Primär wurde mit dem Motorola geschaltet. U.a. durch die vielen Signale im Hauptbahnhof, reichten die Adressen nicht aus, so dass wir zusätzlich das DCC-Protokoll verwendeten.

Auch beim Fahren konnten wir nicht ein Protokoll einsetzen, sondern wir nutzen hier den Mischbetrieb Motorola und DCC. Dies war notwendig, da wir sehr viele Lokomotiven von verschiedenen Firmen besitzen: Märklin, Fleichmann, Roco, Piko, Brawa, Lenz, KATO, usw. und somit der Motorola-Adressraum nicht ausreichte. Die Märklin-Loks wurden mit Motorola und die restlichen Loks wurden mit DCC betrieben.

Die alten Märklinbooster hatten wir durch die professionellen Spezial-Booster der Firma Massoth, die auch im Miniaturwunderland zum Einsatz kommen, ausgetauscht. Bereut haben wir die Investition nicht. Vor allem haben wir den sehr guten Service von Massoth kennenlernen dürfen.

Nachdem die Anlage umgebaut war, mussten nun die Züge vorbildlich zusammengestellt werden. Dabei war es wichtig, dass die Lokomotiven sauber fuhren, bremsten und eingemessen werden konnten. Was hier nicht funktionierte, wurde von unserem Lok-Doktor Rainer Werth sofort repariert.

Wir führten die Computersteuerung an einigen Fahrtagen vor und größtenteils funktionierte auch alles fehlerfrei. Wenn es Probleme gab, lag es primär am rollenden Material bzw. an den Gleisen. Allerdings mussten wir feststellen, dass beide Intelliboxen nach einer gewissen Zeit zu heiß wurden und dann auf einmal einen Reset verursachten, der dazu führte, dass die Anlage dann außer Kontrolle war. Ein Nothalt war dann angebracht.

Aus diesem Grund tauschten wir beide Intelliboxen durch die ECoS-Zentrale von der Firma ESU aus. Hiermit waren die Resets auf einmal verschwunden. Allerdings mussten wir feststellen, dass die ECoS zu schwach dimensioniert ist, um Fahren und Schalten gleichzeitig durchzuführen. Es war dann schnell klar, dass wir zukünftig wieder für Fahren und Schalten jeweils eine eigene Zentrale verwenden. Hierfür haben wir uns eine EasyControl von TAMS angeschafft.

Höhepunkt war unser 25 jähriges Jubiläum, in dem wir unsere Anlage vor hochrangigen Publikum vorführen konnten. Dies war ein großer Erfolg und ohne den intensiven Umbau der Anlage, den Einsatz der neuen Digitalkomponenten und Railware wäre dies nicht möglich gewesen.

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